5 Dinge, über die man sich Gedanken machen sollte, bevor man einem Hund ein Zuhause gibt

Auf Instagram bekomme ich immer wieder Nachrichten von Tierfreunden, die überlegen einem Hund ein schönes Zuhause zu geben. Grundsätzlich finde ich das natürlich immer toll. Aber das muss (wirklich!) gut durchdacht sein…
Hippo ist jetzt nun seit 11 Monaten uns und sagen wir es so: Wir sind beide mit Hunden aufgewachsen und wussten, dass man viel Arbeit hat mit so einem kleinen Tier. Dennoch haben wir den tatsächlichen Arbeitsaufwand deutlich unterschätzt! Beginnen wir mal ganz von vorn…

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1. Die Eingewöhnungsphase

„Der Hund ist soweit stubenrein.“, haben sie gesagt… Um es kurz zu machen: Er war es nicht. Spazierengehen mussten wir anfangs im zwei bis drei Stunden Takt, die Nächte waren unglaublich kurz – die letzte Runde um 00h und die erste wieder um 05h. Das war aber nicht das Problem und von Zeit zu Zeit wurden die Abstände auch immer größer. Also nur weil ein Hund bereits als „stubenrein“ deklariert wurde, heißt es nicht automatisch, dass ein Hund – in fremder Umgebung, unter sehr sehr viel Stress – auch stubenrein bleibt. Fabian hatte sich zwei Wochen lang Urlaub genommen, den er auf insgesamt vier Wochen verlängern musste, weil Hippo vorher einfach noch nicht allein bleiben konnte. Das ist etwas, was bei anderen vielleicht problematisch werden könnte. Anfangs hat Hippo dann auch, bestimmt sehr zur Freude unserer Nachbarn, schwer gejault wenn er allein war. Aber auch das hat sich von allein gelegt.

Man muss also genug Zeit für die Eingewöhnungsphase einplanen.
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2. Das Arbeitsleben und der Hund

Wir haben in diesem Falle den Luxus, das wir es oft so planen können, dass wir gegenschichtig arbeiten und der Hund so nur ca. 4h allein ist. Natürlich klappt das nicht immer und Hippo muss dann eben auch mal einen ganzen Dienst schaffen, dann sind dann ca. 8,5h. Mittlerweile kann ich ganz stolz sagen: „Hippo macht das super!“. Aber bis wir an diesem Punkt angelangt waren dauerte es ca. 8 Monate.

Entweder könnt ihr eure Dienste also flexibel planen, habt jemanden in der Familie/im Freundeskreis, der sich kümmern kann oder habt besten Falls die Möglichkeit euren Hund mit ins Büro zu nehmen.

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3. Ob das alles mit einem Listenhund schwieriger ist?

Auf jeden Fall! Abgesehen davon, dass wir keine Familie im unmittelbaren Umfeld haben, benötigt derjenige, der euren Listenhund ausführt, einen Sachkundenachweis. Es gibt auch die Möglichkeit einen Gassi-Geh-Service zu engagieren (natürlich auch für Hunde, die nicht auf der Liste stehen!). Das ist aber a) kostenintensiv und b) sind die Kapazitäten bei solchen Dienstleistern eher gering. Zumal es auch diesen Dienstleister auch wieder einen besonderen Aufwand und euch somit Geld kostet – ein Sachkundenachweis muss ggf. gemacht werden, der Hund kann unter Umständen nur allein geführt werden, usw.
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4. Endlich Urlaub – oder auch nicht

Beim Thema Urlaub spielen so viele Faktoren eine Rolle:

  1. Bringe ich es über’s Herz den Hund abzugeben?
  2. Habe ich jemanden, der darauf aufpasst? Oder suche ich mir eine Tierpension ($$$)?
  3. Kann der Hund überhaupt abgegeben werden?
  4. Nehme ich den Hund mit in den Urlaub? Ist es dann noch ein Urlaub?
  5. Darf der Hund mit in das Hotel/die Unterkunft?
  6. Bei einem Listenhund: Darf der Hund überhaupt in das Land einreisen?

Das sind die Fragen, die man sich stellen sollte. Hippo darf in Europa/Skandinavien in die meisten Länder gar nicht erst einreisen, damit hat sich für uns der Urlaub mit Hund in vielen Ländern schon erübrigt. Schade. Der erste Urlaub mit Hippo in Holland (hier geht’s zum Reise-Vlog) war sehr sehr schön, aber eben auch anstrengend. Ich glaube sowohl für uns als auch für ihn. So viele neue Eindrücke, so viele Fahrräder und so viele Menschen in der Stadt. Als wir vor kurzem im Sommerurlaub war haben wir Hippo zu meinen Schwiegereltern gebracht. Es fiel mir unglaublich schwer ihn dort zu lassen und es verging kein Tag an dem ich nicht an Hippo gedacht habe. Kurz: Der Trennungsschmerz war groß, aber ich habe es überlegt. Nun muss man natürlich auch überlegen, welche zusätzliche Belastung man den jeweiligen Hundesittern aufbürdet…

Man muss ganz klar Abstriche machen!

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5. Massig Freizeit trotz Hund?! Die Freizeitgestaltung

Die habe ich leider nicht. 😂 An manchen Tagen, z.B. wenn ich Spätdienst habe, bleibt gar keine Zeit für mich. Ich stehe um 07:30h auf, dann gehe ich eine Pipi-Runde mit dem kleinen Nilpferdbaby. Danach gibt es Frühstück, schnell fertig machen und dann eben noch eine große Hunderunde, damit das kleine Tier sich den Tag auch etwas bewegt hat. Ich fahre dann arbeiten und Hippo ist schlechtesten Falls bis abends allein. Dann gehe ich noch eben eine Runde mit dem Buben wenn ich heim komme und lege mich dann zeitnahe ins Bett. Ansonten, selbst wenn ich Frühdienst hatte, gehe ich z.B. nachmittags eben nicht mal mehr einfach zum Spaß an der Freude in die Stadt ein wenig bummeln. Hippo war dann schon den Vormittag allein und dann habe ich ehrlich gesagt auch einfach ein schlechtes Gewissen ihm gegenüber wenn er dann nur für mein Vergnügen nochmal allein sein muss. Das heißt wenn wir etwas machen, schauen wir eigenltich immer, dass Hippo mitkann oder machen extra „Hundeaktivitäten“ wie z.B. an den Kanal fahren, o.ä. Ganz abgesehen von der Zeit, die man mehr aufbringen muss um sauber zu machen. Denn Hippo ist echt ein kleines Schweinchen. Aber glücklicherweise haben wir sowohl einen Saug– als auch einen Wischroboter (* affiliate Link), die mir den Alltag sehr erleichtern. Deutlich schwieriger wird es auch mit spontanen Wochenend-Trips.

Alles muss gut geplant sein. Und ich sage euch: Unterschätzt den Dreck nicht!

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Ich wollte mit diesem Blogpost niemanden abschrecken bzw. niemandem aktiv davon abraten ein kleines Tier zu retten, aber überlegt es euch gut. Natürlich möchte ich Hippo, obwohl er sehr zeitintensiv ist, nicht mehr hergeben. Ihr wisst, für mich ist er ein Goldschatz (auch wenn er ganz klar auch seine Macken hat und eben nicht immer ein kleiner Schatz ist). Man sollte wissen, wie sehr man sich für so ein Tier einschränken muss, wenn man ihm gerecht werden will. Jetzt wo ich das weiß, bzw. es am eigenen Leib erfahre, weiß ich nicht, ob das nochmal so machen würde. Hippo ist ein toller Kerl und es ist so so schön zu sehen wie er sich in der Zeit hier bei uns entwickelt hat. Manchmal könnte ich einfach nur daliegen und den ganzen Tag nur mit ihm schmusen, weil er einfach zuckersüß ist. Es ist eben doch oft eine Herzensentscheidung und keine, die man vernünftig und rational trifft… ❤️
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Hoffentlich hat euch dieser Blogpost ein wenig weiter geholfen. Wenn ihr weitere Fragen habt, schreibt sie gern in die Kommentare.
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3 Kommentare

  1. BG
    Oktober 14, 2018 / 7:34 pm

    Ihr habt es geplant und auch bisher super durchgezogen. Wir hatten als Dog Sitter auch unseren Spaß mit Hippo. Super Artikel 👍

  2. Oktober 15, 2018 / 8:55 am

    Das ist super geschrieben! Doch es kommt immer anders als man denkt. Vor allem wenn man eine junge Dame aufnimmt die dann plötzlich ihre Periode hat….

  3. Oktober 15, 2018 / 5:51 pm

    Ich ergänze mal noch einen Punkt: Strenge zeigen, wenn es nötig ist. Wer nicht als Rudelführer/in auftritt, hat oft nach kurzer Zeit einen verunsicherten Hund, der aggressive Züge entwickeln kann, weil er unbewusst diese Rolle ausfüllen möchte.

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