FAQ: Ausbildung Gesundheits- und Krankenpflege

In meiner Instagram-Story habe ich gefragt, welche Fragen ihr zum Thema Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin habt. Ich habe die häufigsten gesammelt und hier einmal für euch beantwortet. Zum Thema Examensvorbeitung wird es noch einen seperaten Blogpost geben.

Was hast du vor der Ausbildung gemacht?

Ich habe mit 19 Jahren Abitur gemacht und dann angefangen zu studieren. Begonnen habe ich mit Lehramt und bin dann nochmal in Anglistik, Medien- und Kommunikationswissenschaften gewechselt. Leider war das nicht mal halb so cool wie es klingt.

Wie bist du zu der Ausbildung gekommen?

Ich war schon immer medizinisch interessiert. Bevor ich auf das Gymnasium kam habe ich mich bewusst für Latein als zweite Fremdsprache entschlossen, weil ich damals Medizin studieren wollte. Leider war mein Abitur dann nicht so gut, als dass ich an irgendeiner Uni in Deutschland hätte Medizin studieren können. 😂 Nachdem ich dann also viele Jahre das Falsche gemacht hatte, entschied ich mich für einen medizinischen Bereich, der mir zugänglich war. So kam ich in die Pflege.

Was hat dir gut und was weniger gut an der Ausbildung/am Schülerdasein gefallen?

Gut gefallen hat mir:

  • dass wir Einblicke in so viele verschiedene Bereiche bekommen haben (denn so weiß man eben auch was man NICHT machen möchte).
  • dass ich in der Schule Gelerntes auch wirklich mal in der Praxis anwenden konnte (ganz im Gegensatz zum vorherigen Studium).
  • dass man selbst merkt, wie bzw. dass man sich weiterentwickelt.
  • wenn es Pat. und auch Angehörige gab, die einfach auch zu schätzen wissen, was wir den ganzen Tag so tun.
  • mein Einsatz auf einer nephrologisch/internistischen Station… Um es kurz zu machen, dort gibt es oft sehr pflegeintensive Patienten. Aber das Team war einfach ein Träumchen. Egal wie viel Arbeit es war, es war einfach toll in diesem Team zu arbeiten. Aktuell arbeite ich ja kardiologisch, das ist zwar etwas ganz anderes, sehr viel entspannter, aber fachlich auch super interessant.
  • mein Einsatz in der Kinder- und Jugendpsychiatrie und auch der in der Dialyse
  • vor allem der Frühdienst, auch wenn ich um 04:30h wenn der Wecker klingelt, eher semi-begeistert bin, aber ich bin um 14h daheim und habe den ganzen Tag um noch  etwas zu schaffen.

Weniger gut gefallen hat mir:

  • dass manchmal einfach nicht die Zeit da ist um uns Schüler gescheit anzuleiten; generell sind die (personellen) Bedingungen im Krankenhaus für den Ausbildungsalltag oft nicht optimal.
  • IN EINZELFÄLLEN(!!!) mangelnde Wertschätzung. Ich hatte da so eine nette Situation in einem meiner Außeneinsätze… Es folgt eine kleine Anekdote: Wir saßen am Tisch, zu dritt. Die Schwester A, die mich während des Einsatzes begleitet hat, eine zweite Schwester B und ich. Schwester B fragte dann am Tisch (an dem ich auch saß!) Schwester A „Ist das deine Schülerin?“. Schwester A antwortete „Das ist die Schülerin, die ich begleite.“ Schwester B: „Brauchst du sie? Sonst soll sie mir Tabletten stellen.“ Ich dachte das wäre der richtige Zeitpunkt ihr nochmals die Hand zu reichen und mich vorzustellen. Anscheinend wusste sie meinen Namen nicht. (Ironie Ende.) Das ist natürlich absolut personenabhängig. Es gab genau so Stationen, die einen hervorragend integriert haben.
  • Nachtdienste. Für mich ein absoluter Graus. Ich kann tagsüber nämlich leider nicht so gut schlafen.
Übernimmt euer Krankenhaus die Schüler anschließend?

Wir sind ein sehr kleiner Kurs von daher gäbe es auf jeden Fall die Möglichkeit alle unterzubringen. Also wenn man möchte kann man dort bleiben.

Welche Fachrichtungen magst du gerne?

Nephrologie, Innere, Kardiologie

Was liegt dir gar nicht gehört halt aber trotzdem dazu?

Fachlich ist meine größte Schwäche auf jeden Fall die Orthopädie. Da wurde ich leider nicht so richtig warm mit. Recht ist zwar super wichtig, aber so richtig mein Ding war es auch nicht.
Von den Aufgaben, die wir im Arbeitsalltag abdecken: Mundpflege. Also bei einem gepflegtem Mund, gar kein Thema. Aber… Zahnprothesen. Ich sage euch lieber eklige Füße oder Durchfall als Zahnprothesen.

Lieblings- und Hassfach?

Ich mochte alles, was mit Anatomie zu tun hatte. Und beim Thema Krankheitslehre…
heiß geliebt:

  • Herzkrankheiten
  • Leber, Galle, Pankreas

schwer gefürchtet:

  • Orthopädie
  • Demenz und Parkinson
Nimmst du deine Arbeit mit nach Hause?

Kommt drauf an wie es gemeint ist. Oft sitze ich im Auto und denke „Das wolltest du noch machen, … da musst du morgen dran denken,… usw.“
Es gibt selten Dinge, die mich emotional stark belasten. Ganz klar, natürlich gibt es Dinge über die ich daheim noch nachdenke. Situationen, in die mich hineinversetze und ich mich frage „Was würde ich tun wenn ich in dieser Situation wäre?“. Grundsätzlich denke ich aber, dass ich mich schon sehr gut abgrenzen kann.
Was für mich allerdings absolut belastend war, war mein Einsatz in einer Demenz WG. Ich kann gar nicht genau sagen, was mich dort so mitgenommen hat. Es war eine tolle Einrichtung, daran lag es nicht. Aber dieser Kontrollverlust, den die Menschen erleiden, täglich damit konfrontiert zu werden hat mich wirklich mitgenommen. Wohl bemerkt: Es gibt keinen familiären Bezug den ich dabei hergestellt habe.

Willst du nach deinem Examen ein paar Jahre im Krankenhaus arbeiten oder doch gleich studieren?

Also der Studier-Drops ist für mich erstmal gelutscht. Ich habe vorerst genug Zeit an der Uni verbracht. Vielleicht entscheide ich mich in (ferner) Zukunft nochmal irgendwann für ein Studium, aktuell ist das aber kein Thema. Dementsprechend werde ich wohl erstmal ein bisschen arbeiten. Was ich noch anstrebe ist eine Fachweiterbildung.

Weit weit im Voraus (vor dem Examen) ist dein Vorexamen gewesen?

Mein Vorexamen war im August 2018, Examen mache ich im März 2019.

Ergeben alle Klausuren den Ausbildungsschnitt oder die Examensprüfung?

Leider zählen effektiv wirklich nur die Examensprüfungen.

Hast du schon eine Idee in welche Richtung es später gehen soll?

Vermutlich in einen Funktionsbereich… Aber dazu mehr wenn alles unter Dach und Fach ist. 😉

Was isst du so in der Schule/auf Station?

Ein paar Frühstücksideen habe ich schon mal ➡️ hier ⬅️ hochgeladen. Ansonsten gibt es zum Frühstück natürlich auch einfach mal ein Schnittchen. Zum Spätdienst habe ich meistens einen Smoothie sowas wie Quinoa Salat oder eine Suppe. Also nichts zu schweres. In der Schule habe ich mir zum Schluss angewöhnt wieder nur für eine Pause etwas mitzunehmen, weil ich sonst einfach nur noch gegessen habe in der Schule. 🙈 In der Schule gab’s dann aber das gleiche zum Frühstück wie auf der Arbeit auch und in der Mittagspause dann nochmal etwas Obst oder einen Smoothie. 😊
Wenn ihr noch Fragen habt, stellt sie gern in den Kommentaren.
Eure,
Lisa-Marie

2 Kommentare

  1. Alexandra
    Dezember 15, 2018 / 5:39 pm

    Danke 😉 liebe Grüße von Alex die aus dem Team der träumchen 😂 habe den Blog gelesen toll geschrieben … mach weiter so 😘

  2. Anonymous
    Dezember 15, 2018 / 11:18 pm

    Danke für den blogpost ☺️

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